Eine höhere Performance bei steigenden- und das gleiche Risiko bei fallenden Kursen, wie geht das? Ganz einfach, der Zertifikatkäufer nimmt nicht unbegrenzt an den Gewinnen des Basiswertes teil. Hier kommt die zweite wichtige Marke des Sprint Zertifikates ins Spiel, das Cap Level. Ist der Aktienkurs am Ende der Laufzeit über das Cap Level gestiegen, nimmt der Zertifikat Anleger an dieser Steigerung nicht weiter teil. Sein Gewinn ist also begrenzt.
Zum besseren Verständnis sollen die möglichen Gewinn- und Verlustszenarien zum Laufzeitende des Sprint Zertifikates anhand eines Beispiels näher dargestellt werden: Das Zertifikat hat eine Laufzeit von 2 Jahren. Der aktuelle Aktienkurs und auch der Basispreis beträgt 100€. Das Cap Level liegt bei 130€. Die Partizipationsquote liegt bei Faktor 2. Am Ende der Laufzeit können sich folgende Szenarien ergeben:
Szenario 1 (Der Kurs sinkt zum Laufzeitende unter den Basispreis (100€) z.B. auf 80€):
Fällt der Kurs unter den Basispreis, bekommt der Zertifikatinhaber eine Rückzahlung zum aktuellen Aktienkurs. Er erfährt damit den gleichen Verlust, nämlich 20€ bzw. 20%, wie der Aktiendirektanleger. Der Zertifikatbesitzer hat also das gleiche Verlustprofil, wie ein Aktiendirektinvestor. Es kann also theoretisch auch zum Totalverlust kommen.
Szenario 2 (Der Kurs liegt am Laufzeitende zwischen dem Basispreis (100€) und dem Cap Level (130€) z.B. bei 125€):
Dies ist der Optimalfall. Denn in dieser Konstellation greift ab dem Überschreiten des Basispreises die Partizipationsquote von Faktor 2. Während der Aktiendirektinvestor „nur“ eine Rendite von 25% erzielt, kann der Zertifikatinhaber den doppelten Profit (also 50%) vereinnahmen.
Szenario 3 (Der Kurs liegt zwischen Cap (130€) und der Gewinnschwelle (160€) bei z.B. 145€:
Der Zertifikatanleger nimmt an der Aktienkursentwicklung oberhalb des Cap Levels (130€) nicht mehr teil. Allerdings darf nicht vernachlässigt werden, dass er zwischen Basispreis und Cap Level den doppelten Gewinn generiert hat (Szenario 2). Deshalb hat der Anleger quasi einen Puffer, der sich aus der Überperformance gegenüber der normalen Aktienanlage ergibt. Dieser Puffer ist an der Gewinnschwelle aufgebraucht. Die Gewinnschwelle ergibt sich aus dem Basispreis + Faktor * (Cap - Basispreis). Für das Beispiel bedeutet dies 100 + 2 * (130 - 100) = 160€. Bleibt der Aktienkurs zum Laufzeitende unterhalb dieser Gewinnschwelle, war die Anlage in das Zertifikat immer noch vorteilhaft gegenüber der Aktiendirektinvestition.
Szenario 4 (Der Aktienkurs steigt über die Gewinnschwelle z.B. auf 180€):
In diesem Fall wäre die Aktiendirektinvestition besser gewesen. Denn oberhalb der Gewinnschwelle ist der Puffer (Szenario 3) aufgebraucht. Je höher die Aktie weitersteigt, desto größer ist der Performance Unterschied zum Direktinvestor. Man darf allerdings nicht vergessen, dass auch der Inhaber des Sprint Zertifikates einen ordentlichen Gewinn generiert hat.

Für das Sprint Zertifikat kommen als Basiswerte neben Aktien auch Indizes aller Art in Betracht. Oftmals wird die Anlage in Indizes durch ein Bezugsverhältnis optisch verbillig. Wie bei jedem Zertifikat kann ein Blick in die Emissionsbedingungen nicht schaden. Denn Vorsicht ist bei sehr hoch angesetzten Basispreisen geboten. Die Aktie muss dann erst bis zum Basispreis steigen, damit der Partizipationshebel einsetzt. Vorher ist die Rendite zur Aktiendirektanlage identisch. Setzt ein Investor auf moderat steigende Aktienmärkte und ist bereit das Risiko einer Aktiendirektinvestition zu tragen, ist das Sprint Zertifikat eine gute Wahl. Den Hebel erkauft sich der Anleger durch den Dividendenverzicht und die Gewinnbeschränkung. Das Outperformance Plus Zertifikat könnte auch eine Alternative zum Sprint Zertifikat darstellen.
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