Eine einfache Art der Wechselkurssicherung ist der Einkauf oder Verkauf eines Fremdwährungsbetrages auf Termin. Hierzu nutzt man neben den Devisenkassageschäft vor allem die sog. Devisentermingeschäfte (DTG) nutzen.
Man nehme an, dass ein Zahlungsstrom in Höhe von USD 10m in der Zukunft (am 06. Juni 2010) erwartet wird. Es stellt sich kurz vor dem Termin heraus, dass es zu einer Änderung des Zahlungsstromes kommt. Fraglich ist jedoch, ob diese Differenz "endgültig verloren" oder in Zukunft wieder aufholbar ist, es also lediglich zu einer Zahlungsterminverschiebung gekommen ist. Ist die Differenz zukünftig uneinbringbar, ist das "alte" Devisentermingeschäft per Gegengeschäft zu neutralisieren. Handelt es sich aber um eine in Zukunft wieder auszugleichende Differenz, ist das Altgeschäft per Devisenswap zu neutralisieren. Die einzelnen Schritte sind nachfolgend aufgeführt:
Phase 1:
Am 06. Juni wird eine Einzahlung von USD 10m erwartet, die per in der Vergangenheit (Budgetverabschiedung) abgeschlossenem DTG verkauft wurden. Aus dem DTG erhält die Gesellschaft einen festen Euro Betrag (EUR 7,4m).

Abbildung 1:Devisenswap, Phase 1: Ausgangssituation
Phase 2:
Es stellt sich heraus, dass es zu einer Verschiebung der erwarteten Zahlung kommt. Das neue Zahlungsdatum ist der 6. September

Abbildung 2: Devisenswap, Phase 2: Zahlungsverschiebung
Phase 3:
Die Zahlungsverschiebung führt nicht zu einer automatischen Änderung des ursprünglich abgeschlossenen DTG. Dieses muss neutralisiert werden, indem ein Devisenkassa Gegengeschäft (Kauf USD 10m) abgeschlossen wird. Allerdings hat sich der Wechselkurs seit dem Abschluss des ursprünglichen Geschäftes von 1,35 auf 1,33 verändert. Daher müssen in dem Gegengeschäft ca. 100TEUR mehr gezahlt werden, als in dem Ursprungsgeschäft vereinnahmt werden. In dieser Höhe entsteht also ein Verlust. Alle Zahlungsströme sind bis auf diesen Verlust ausgeglichen.

Abbildung 3: Devisenswap, Phase 3: Ausgleich der ursprünglichen Sicherungsgeschäfte
Phase 4:
Es wird ein neues DTG auf das neue Zahlungsdatum abgeschlossen. Dieses DTG hat die gleiche „Seite“ wie das Ursprungsgeschäft, was bedeutet, dass wieder USD 10m verkauft werden. Dieses neue DTG kann natürlich nur zu aktuellen Konditionen abgeschlossen (also auch 1,33) werden, wobei der Forwardeffekt aus Erklärungsgründen bewusst vernachlässigt wird. Gegenüber dem Ursprungsgeschäft fällt hier ein Gewinn von 100TEUR an, da jetzt EUR 7,5m anstelle von EUR 7,4m erwartet werden.

Abbildung 4: Devisenswap, Phase 4: Abschluss der neuen Sicherungsgeschäfte
Phase 5:
Das Gegengeschäft zum ursprünglichen DTG und der gleichzeitige Abschluss des neues DTG mit den gleichen Zahlungsströmen wie das Ursprungsgeschäft, wird als Devisenswap oder Currency Swap bezeichnet. Neben dem neuen Settlementtermin unterscheidet sich das neue DTG vom Ursprungsgeschäft aufgrund des geänderten Wechselkurses nur in der Höhe des EUR Betrages. Die zum Devisenswap zugehörigen Geschäfte sind in der nachfolgenden Abbildung durch eine orange farbige Umrandung gekennzeichnet.

Abbildung 5: Devisenswap, Phase 5: Gesamtübersicht der neuen Situation
Interessanter Nebenaspekt:
Für das Sicherungsmodell ein beachtenswerter, positiver Nebeneffekt - ist die Tatsache, dass eine Zahlungsverschiebung per se "nichts kostet" (ohne Berücksichtung von Forward Effekten). Sie besitzt daher eine völlig andere Wertigkeit als eine Betragsänderung. Hier müssten die Ursprungsgeschäfte mit einen Gegengeschäft angepasst werden, ohne dass es ein neues DTG gibt. Dies würde im hier aufgezeigten Beispiel zu einer nicht wieder aufholbaren Realisation des Verlustes i.H.v. 100TEUR führen.
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