Ein Discountzertifikat (oder auch Diskont Zertifikat) kann sowohl Aktien als auch Indizes als Basiswerte haben. Die Funktionsweise ist recht simpel. Der Investor erwirbt das Zertifikat zu einem unterhalb des aktuellen Kurswertes liegenden Preis, wird aber dafür in seiner maximalen Gewinnchance begrenzt.
Die Ausgestaltung könnte folgendermaßen aussehen: Der aktuelle Kurs einer Aktie beträgt 100€, ein Discountzertifikat auf die Aktie mit einer Laufzeit von 1 Jahr kostet nur 85€. Dafür ist der maximale Gewinn auf 120€ begrenzt. Der Investor erkauft sich mit seiner Gewinnbegrenzung den verbilligten Einstand. Am Ende der Zertifikatlaufzeit sind folgende Szenarien denkbar:
Szenario 1 (Kurs ist auf 50 € stark gefallen):
Wenn der Kurs der Aktie am Ende der Laufzeit bei 50€ steht, bekommt der Zertifikatanleger auch nur 50€ zurück bzw. bezieht die Aktie für 50€. Es ergibt sich also ein Verlust von 35€ bzw. ca. 41%. Der Zertifikatinhaber steht gegenüber dem Aktiendirektinvestor trotzdem besser da, da dieser einer Verlust von 50€ bzw. 50% erlitten hat, da er die Aktie anfänglich zu 100€ erwerben musste. Der verbilligte Einstieg verringert den Verlust.
Szenario 2 (Kurs ist leicht gefallen auf 90€):
Wenn der Kurs der Aktie leicht fällt (was sicherlich jeder etwas anderes definieren kann) und beispielsweise zum Ende der Zertifikatlaufzeit bei 90€ steht, kann der Anleger im Discountzertifikat trotzdem noch ein Gewinn von 5€ oder knapp 6% verbuchen, da er nur 85€ für die Aktie investieren musste. Der Direktanleger hat einen Verlust von 10€ oder 10% zu erleiden. Der Discount, also die Differenz zwischen tatsächlichem Aktienwert und Zertifikatausgabekurs, puffert also leichte Verluste einer Aktie ab.
Szenario 3 (Kurs steigt leicht auf 110€):
Wenn der Kurs der Aktie zum Laufzeitende des Zertifikates auf 110€ klettert, haben sowohl der Zertifikat-, als auch der Aktienkäufer einen Gewinn zu buche stehen. Nur fällt dieser beim Zertifikatkäufer weitaus höher aus, weil er die Aktie zu 85€ erworben hat. Damit beläuft sich der Gewinn auf 25€ oder ca. 30%. Der Aktiendirektkäufer kann nur eine Performance von 10€ bzw. 10% vorweisen. Steigt der Kurs also innerhalb der Zertifikatlaufzeit nur moderat und befindet sich noch unter der Zertifikat Höchstgrenze (120€), ist seine Rendite besser, als die des Aktiendirektkäufers.
Szenario 4 (Kurs steigt kräftig auf 150€):
Steigt der Aktienkurs massiv an und befindet sich zum Ende der Zertifikatlaufzeit oberhalb der Maximalgrenze, hat der Zertifikatinhaber das Nachsehen. Denn er bekommt in jedem Fall nur den Maximalbetrag ausgezahlt, egal wie hoch die Aktie gestiegen ist. Trotzdem hat er einen Gewinn zu verbuchen. Er hat das Zertifikat für 85€ erworben und bekommt 120€ zurückgezahlt. Dies ergibt einen Gewinn von 35€ bzw. 41%. Der Aktiendirektinvestor hat allerdings voll an dem Kursanstieg partizipiert und kann 50€, also 50% Gewinn verbuchen. In diesem Fall ist das direkte Aktieninvestment einträglicher, als die Zertifikatvariante.
Die Höchstgrenze eines Discountzertifikates wird auch als Cap (Deckel) bezeichnet. Letztlich verkauft der Anleger beim Discountzertifikat eine Option, auf Performance oberhalb eines bestimmten Cap Levels zu verzichten. Mit dem Verkauf dieser Option erhält er eine Prämie, die sofort in den Aktienkaufpreis eingerechnet wird. Diese Prämie entspricht dem Discount, mit welchem der Anleger die Aktie oder den Index billiger erwirbt. Ein fortgeschrittener Investor könnte auch die Aktie selber kaufen und verkauft gleichzeitig einen Call auf die Aktie mit Basispreis in Höhe des Cap Levels (im Beispiel also 130€). Dieser Vorgang wird auch als Schreiben eines covered Calls bezeichnet.
Das Discountzertifikat ist eine interessante Möglichkeit für Anleger, die sich über die zukünftige Entwicklung von Aktien oder Indizes nicht sicher sind, jedoch keine extrem starken Anstiege vorhersehen. Wie die oben dargestellten Szenarien zeigen, ist der Erwerb eines Discountzertifikates in drei Fällen sinnvoller, als der Direktkauf der Aktie. Lediglich bei einem starken Anstieg hat der Zertifikatbesitzer das Nachsehen. Aber selbst in diesem Fall ist immer noch ein Gewinn zu verbuchen.
Mittels so genannter Optionspreismodelle besteht immer ein Zusammenhang zwischen Laufzeit des Zertifikates, Discount und Cap Level.
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Laufzeit
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Discount
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CapLevel
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Länger
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gleich
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Steigt
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Kürzer
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gleich
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Sinkt
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Gleich
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Wird größer
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Sinkt
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Gleich
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Wird kleiner
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Steigt
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Kürzer
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Wird kleiner
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gleich
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Länger
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Wird größer
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gleich
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Die Tabelle verdeutlicht die Zusammenhänge. Wenn Sie den Discount beispielsweise konstant lassen wollen und ein höheres Cap Level bevorzugen (um besser an Kurssteigerungen partizipieren zu können), müssen Sie die Laufzeit verlängern (Zeile 1 der Tabelle). Sind Sie bereit eine längere Zertifikatlaufzeit zu akzeptieren und wollen das gleiche Cap Level analog einer kürzeren Laufzeit, so muss auch Ihr Discount höher ausfallen (Tabelle Zeile 6). Diese Zusammenhänge können Sie als Faustregel bei der Suche nach dem richtigen Discountzertifikat zur Hilfe nehmen, da es gerade für diesen Zertifikattyp unzählige Angebote gibt.